Der Sommer ist zurück in der Schweiz: Ende September bis zu 28 Grad
Der Herbst ist da, doch in der Schweiz wird es nochmals sommerlich. Im Mittelland werden Ende September 26 bis lokal 28 Grad erwartet.

GlobalTalent24 Team
Der Herbst ist offiziell da, doch der Sommer in der Schweiz hat offenbar noch nicht das letzte Wort. Laut der Prognose von SRF Meteo werden von Sonntag bis Mittwoch im Schweizer Mittelland Tageshöchsttemperaturen von 26 bis lokal 28 Grad Celsius erwartet. Das sind rund zehn Grad mehr als für diese Jahreszeit üblich.
Für die Menschen in der Schweiz bedeutet das einige beinahe sommerliche Tage ganz am Ende des Septembers. Sonne und hohe Temperaturen bieten gute Bedingungen für Aktivitäten im Freien, doch hinter dem angenehmen Wetterbild steht auch eine andere Seite der Geschichte: Grosse Teile des Landes spüren seit Monaten die Folgen ausgeprägter Trockenheit und fehlender Niederschläge.
Wetterprognose für die Schweiz: Bis zu 28 Grad Ende September

Laut der am 24. September veröffentlichten meteorologischen Analyse von SRF Meteo dürften die Temperaturen am Sonntag im Mittelland rund 26 Grad erreichen; zu Beginn der folgenden Woche sind lokal sogar 28 Grad möglich.
Für Ende September sind das ungewöhnlich hohe Werte. SRF Meteo schreibt, dass die Temperaturen etwa zehn Grad über der klimatischen Norm liegen werden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass in der ganzen Schweiz identische Temperaturen herrschen. Das Wetter in der Schweiz hängt stark von der Höhenlage, der Position zu den Alpen, Nebel, Wind und lokaler Bewölkung ab. Deshalb können sich die Bedingungen von Region zu Region deutlich unterscheiden.
Warum ist es in der Schweiz wieder so warm?
Hinter dem ungewöhnlich warmen Ende des Septembers steht eine stabile Wetterlage mit hohem Luftdruck.
Laut SRF Meteo spielt auch der sehr trockene Boden eine wichtige Rolle. Wenn genügend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist, wird ein Teil der Sonnenenergie für die Verdunstung von Wasser verbraucht. Ist der Boden trocken, erwärmt ein grösserer Teil der Energie direkt die Oberfläche und die Luft darüber.
Die Kombination aus sonnigem Wetter, hohem Luftdruck und trockenem Boden kann die Tageshöchsttemperaturen daher zusätzlich anheben.
Die Nächte müssen jedoch nicht ebenso warm sein. Bei klarem Himmel kann der Boden nachts schneller Wärme verlieren, sodass der Unterschied zwischen Tageshöchstwerten und Nachttemperaturen recht ausgeprägt sein kann.
Temperaturen in der Schweiz im September deutlich über dem Durchschnitt
Das warme Monatsende ist kein isoliertes Phänomen. Der September 2026 war bisher ausgesprochen sonnig, trocken und warm.
SRF berichtete am 22. September unter Berufung auf meteorologische Daten, dass der Monat bis dahin ungefähr drei bis fünf Grad wärmer als üblich gewesen sei. In grossen Teilen des Landes fielen lediglich etwa 10 bis 20 Prozent der üblichen Septemberniederschläge.
Bereits Anfang September gab es eine weitere Phase aussergewöhnlich hoher Temperaturen, in der in einzelnen Landesteilen Werte von bis zu 30 Grad erwartet wurden.
Damit wirkte der diesjährige September in der Schweiz mehrfach eher wie eine Verlängerung des Sommers als wie der Beginn eines klassischen Herbstes.
Regionale Wetterunterschiede in der Schweiz
Wenn vom Wetter in der Schweiz die Rede ist, erzählt der nationale Durchschnitt oft nicht die ganze Geschichte.
Die Alpen beeinflussen das Klima des Landes stark. Temperatur, Niederschlagsmenge und Bewölkung können sich zwischen der Nord- und Südseite der Alpen, höheren Bergregionen und dem Mittelland deutlich unterscheiden.
MeteoSwiss weist darauf hin, dass das Klima der Schweiz stark von den Alpen und vom Einfluss des Atlantiks geprägt ist. Aufgrund der Topografie bestehen auf relativ kleinem Raum grosse regionale Klimaunterschiede.
Die Prognose von 26 bis 28 Grad ist deshalb vor allem im Zusammenhang mit tieferen Lagen und dem Mittelland zu verstehen und nicht als Temperatur, die für jeden Ort des Landes gilt.
Hinter dem sonnigen Wetter bleibt die Trockenheit ein ernstes Problem

Für Ausflüge, Spaziergänge und Aktivitäten im Freien kann das warme Wetter sehr angenehm sein. Für die Natur ist die Fortsetzung der trockenen Periode jedoch keine ebenso gute Nachricht.
Das Bundesamt für Umwelt BAFU schreibt in seinem am 23. September veröffentlichten Bericht, dass die ausgeprägte Trockenheit, insbesondere im Mittelland, seit dem Frühjahr 2026 anhält. Die Niederschläge lagen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, während die Temperaturen häufig über den üblichen saisonalen Werten lagen.
Die Folgen zeigen sich in trockenen Böden, niedrigen Wasserständen, tiefen Grundwasserständen und einer geringeren Schüttung einzelner Quellen.
Kurzzeitiger Regen kann den Zustand der obersten Bodenschicht oder kleinerer Fliessgewässer rasch verändern. Das BAFU betont jedoch, dass tiefere Bodenschichten, Grundwasser und Quellen deutlich mehr Zeit zur Erholung benötigen. Für eine nachhaltigere Verbesserung sind länger anhaltende und flächigere Niederschläge erforderlich.
Fast 40 Prozent der Messstationen verzeichneten neue Tiefstwerte
Das Ausmass der Trockenheit zeigt sich besonders deutlich in den Daten der Schweizer Flüsse.
Laut BAFU verzeichneten zwischen dem 1. Juni und Ende August 2026 fast 40 Prozent der Schweizer Messstationen einen neuen Rekordtiefstand des Abflusses für diesen Zeitraum des Jahres.
Besonders ausgeprägt war die Situation im zentralen und östlichen Mittelland, in den Voralpengebieten und in Graubünden.
Auf der Alpennordseite führen zahlreiche Flüsse weiterhin wenig Wasser. Das BAFU weist zudem darauf hin, dass vereinzelte Niederschläge und Gewitter der vergangenen Wochen für eine nachhaltige Erholung nicht ausgereicht haben.
Hohe Temperaturen trafen auch die Schweizer Flüsse
Nicht nur die Wassermenge ist ein Problem.
Im Sommer 2026 erreichten die Temperaturen zahlreicher Flüsse sehr hohe Werte. Das BAFU schreibt, dass zwischen Anfang Juni und Ende August fast 60 Prozent der beobachteten Stationen neue Höchstwerte der Wassertemperatur für diesen Zeitraum verzeichneten.
An einzelnen Orten wurden auch frühere Rekorde gebrochen. Die Aare bei Bern erreichte am 14. Juli 24,8 Grad, während die Reuss bei Luzern am 27. Juni 26,36 Grad erreichte.
Hohe Wassertemperaturen können Fische und andere Wasserorganismen zusätzlich belasten, insbesondere wenn sie mit niedrigen Abflüssen zusammentreffen.
Klimawandel in der Schweiz: Was zeigt der langfristige Trend?
Ein warmes Wochenende oder einige Tage mit 28 Grad sind für sich genommen kein Beweis für langfristigen Klimawandel. Wetter und Klima sind nicht dasselbe.
Klimatische Trends werden anhand langer Messreihen beurteilt. Genau dort zeigen die offiziellen Daten das grössere Bild.
Das BAFU weist darauf hin, dass Klimaszenarien für die Schweiz auf eine Zunahme von Hitzeperioden hindeuten und dass längere Trockenphasen infolge der Klimaerwärmung künftig häufiger werden dürften.
Veränderungen sind auch in den Gewässern sichtbar. Laut BAFU ist die Temperatur des Rheins bei Basel seit den 1960er-Jahren um mehr als zwei Grad Celsius gestiegen; ein ähnlicher Trend wurde auch in anderen Fliessgewässern des Mittellands beobachtet.
Die aktuellen 26 bis 28 Grad Ende September sind daher als Wetterereignis zu betrachten, während die Frage des Klimawandels über einen wesentlich längeren Zeitraum beurteilt wird.
Wetterphänomene in der Schweiz werden zu einem immer wichtigeren Thema
Aufgrund ihrer geografischen Lage und der Alpen weist die Schweiz seit jeher grosse regionale Unterschiede und interessante Wetterphänomene auf. Föhnwinde, Nebel im Mittelland, starke Niederschläge auf der Alpensüdseite und grosse Temperaturunterschiede zwischen Tiefland und Bergen gehören zum charakteristischen Wetterbild des Landes.
Extreme Hitze und lang anhaltende Trockenheit rücken in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend in den Fokus meteorologischer und ökologischer Dienste.
Der Sommer 2026 war besonders auffällig durch die Kombination aus hohen Temperaturen und Niederschlagsmangel. Einige zusätzliche Sommertage Ende September kommen deshalb zu einem Zeitpunkt, an dem die Natur, insbesondere in Teilen des Mittellands, eine längere Phase stabiler Niederschläge benötigt.
Was können wir in den nächsten Tagen erwarten?
Die kurzfristige Wetterprognose für die Schweiz bringt noch einige sehr warme Tage.
Im Mittelland werden von Sonntag bis Mittwoch rund 26 Grad erwartet, lokal sind auch 28 Grad möglich. Für Ende September bedeutet das Wetter, das deutlich stärker an Sommer als an Herbst erinnert.
Die lokale Prognose kann sich jedoch ändern, und die Temperatur hängt von Region und Höhenlage ab. Für Reisen, Ausflüge oder Aktivitäten im Freien empfiehlt es sich, unmittelbar vor dem Start die aktuellste lokale Vorhersage zu prüfen.
So beendet die Schweiz den September in einem ungewöhnlichen Kontrast: Auf dem Thermometer beinahe Sommer, im Kalender Herbst, während in Böden und Gewässern weiterhin die Folgen einer aussergewöhnlich trockenen Periode sichtbar sind.
Quellen
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Daten. Wetterprognosen können sich ändern. Für die neuesten lokalen Wetterbedingungen, Vorhersagen und mögliche Warnungen sollten die aktuellen Informationen der zuständigen Wetterdienste geprüft werden.
Hinweis zu Illustrationen
Die in diesem Artikel verwendeten visuellen Materialien können mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt worden sein und dienen ausschliesslich Illustrationszwecken. Sie stellen keine authentischen Fotografien des konkreten Wetterereignisses, Ortes oder Zeitpunkts dar, das beziehungsweise der im Text beschrieben wird.


